 |
|
 |
 Website Übersetzer
Chiva Express
Der Chiva Express
Copyright © by Jeff Anderson
Eine Fahrt mit dem Chiva Express ist ein wirkliches Erlebnis, das
man lange nicht vergessen wird.
Früher fuhren regelmäßig Züge von Quito über Riobamba, San Pedro de
Alausi
nach Durán, dem Vorort von Guayaquil.
Zur Zeit ist wegen Streckenunterbrechungen nur die Fahrt von Riobamba
bis zur
Teufelsnase (Nariz del Diablo) und zurück nach Alausí möglich. Ein
ökonomisches Programm
zur Wiedererweckung der Eisenbahn in ganz Ecuador wurde per. Dekret vom
neuen
Präsidenten Correa gleich nach seiner Amtsübernahme erlassen.
Jeden Mittwoch, Freitag und Sonntag um 07.00h, wobei man nicht
unbedingt auf die Uhr
sehen sollte, geht die Fahrt dann los.
Tickets sind vor Abfahrt, oder besser am Vorabend von 18.00-19.00 Uhr
am
Bahnhofsschalter erhältlich.
Das Ticket kostet zur Zeit 11.00 Dollar pro Person.
Vom Dach des Chiva Express hat man
die beste
Aussicht
Copyright © by Jeff Anderson
Nach San Pedro de Alausi oder Riobamba kommt man von Quito aus am
besten mit dem Bus.
Fährt man mit der Bahn von Riobamba aus, so geht es zunächst in
Richtung Westen die Anden
hoch, an Cajabamba und der geschichtsträchtigen Laguna Colta vorbei,
dabei hat man immer den
schneebedeckten Chimborazo im Blickfeld. Erster Halt ist das
empfindlich kalte
Guamote, ein kleines Bergstädtchen, fast 40 km südlich von Riobamba.
Überwiegend Quechua sprechende Bevölkerung - ein indianisch urbanes
Andenszenario.
Auf der Strecke - teilweise auch unvermittelt mitten in Ortschaften,
hält der Zug, wo
fliegende Händler für die Versorgung mit einem Imbiss bereitstehen.
Bei dem einstündigen Aufenthalt in Guamote können die Passagiere
heissen Tee schlürfen, oder
sich an den Imbisständen im Bahnhofsbereich sattessen.
Kurz vor der Teufelsnase
Copyright © by Jeff Anderson
Zudem findet findet in Guamote jeden Donnerstag ein authentischer Markt
statt.
Hierbei strömen die weltfremdesten unter den trachtentragenden
Bergbauern
aus den umliegenden, teils noch viel höher gelegenen Dörfchen zusammen,
um ihre
landwirtschaftlichen Erzeugnisse zu verkaufen.
Südlich von Guamote kreuzt der Zug die Halbwüste von Tiocajas, ein
extrem sandiger
Höhenrücken, auf dem vor etwa 500 Jahren die mitunter schwersten Kämpfe
zwischen
den vorstossenden Inkas und ihren verbissenen Verteidigern, den
Puruháes, stattfanden.
Am gleichen Ort, nur eine Generation später, versuchte dann ein
siegesgewohnter
Rumiñahui, Atahualpas Heldengeneral, den spanischen Eroberer Sebastián
de Benalcazar
aufzuhalten.
Kurz darauf beginnt der Zug durch die Schlucht des Río Pomachaca zu
schaukeln,welcher
im weiteren Verlauf, mit jedem neuen Zufluss, auch jedesmal einen neuen
Namen
erhält: Río Tixán, Río Alausí, Río Chanchán.
Während der Trockenmonate gleicht der Pomachaca-Fluss einem
unbedeutenen Rinnsal.
Zur Regenzeit hingegen wurden von den tosenden Wassern auch schon mal
die Gleise
auf mehrere Kilometer Länge hin mitgerissen.
Der Chiva Express fährt sich wie ein
Lastwagen
auf Schienen
Copyright © by Jeff Anderson
Spätestens auf diesem Abschnitt beginnt sich der Reisende ein Bild von
der kühnen
Streckenführung dieser einstmals schwierigsten Eisenbahnstrecke der
Welt zu machen.
Beim Erreichen der Bahnstation von Alausí in einer Höhe von 2.360
Metern werden sich
die Passagiere ihrer Jacken und Pullover entledigen wollen.
Es ist merklich wärmer geworden. Das ruhige, frühlingshafte 20.000
Einwohner-Städtchen
lockt Touristen vor allem wegen seinem Sonntagsmarkt an.
Ein paar einfache Restaurants im Bereich der Calle Principal laden zu
kurzem Verweilen ein.
Hinter Alausí beginnt dann der spektakuläre Abstieg zur Küstenebene
hinunter.
Über der Schlucht des Río Chanchán scheint der Zug beinahe zu schweben.
Die berüchtigte Teufelsnase, La Nariz del Diablo, mit einer Höhe von
1.900 Metern, ist
nicht mehr weit.
Der Chiva-Express an der Teufelsnase
noch
mit
Dampfantrieb
Copyright © by Ralf Nagel
An diesem Felszinken in Form einer gigantischen Nase, geht es durch
wiederholtes
Vor- und Zurückstossen, innerhalb von wenigen Minuten, bis in das 100
Meter
tiefere Steilwandtal des Chanchán-Flusses hinunter.
Bei der Teufelsnase überwindet der Zug auf kürzester Distanz einige
hundert Höhenmeter.
Die meisten Touristen werden diesen absoluten Höhepunkt der Reise vom
Waggondach
aus erleben und fotografieren wollen.
Eloy Alfaros Traum wurde Wirklichkeit, aber gerade dieser
schwindelerregende
Streckenabschnitt wurde für Tausende von schwarzen jamaikanischen
Arbeitern
zum Alptraum. Bei frühzeitig, versehentlich, oder sabotagemässig
hochgegangenen
Dynamitladungen, flogen nicht selten gleich Dutzende der karibischen
Gleisbauer mit
durch die Lüfte, und blieben für immer und ewig unter
den Felsbrocken begraben.
Zu Füssen der Teufelsnase befindet sich der kleine Bahnhof von Sibambe.
Von hier aus führt ein südlich verlaufendes Nebengleis über El Tambo
und Azogues
bis nach Cuenca hoch. Aufgrund der zahlreichen Unterspülungen durch
eine Überschwemungskatastrophe
im Jahr 1992 musste diese Strecke geschlossen werden.
Die Fahrt ist, wie man sieht, nichts
für
schwache
Nerven
Copyright © by Jeff Anderson
Am Bahnhof von Sibambe wartet lediglich ein Triebwagen, der die aus
Riobamba kommenden
Eisenbahnreisenden ins wenige Kilometer entfernte Chunchi bringen kann.
Von Chunchi aus fahren dann Überlandbusse ins etwa zweieinhalb Stunden
südlichere Cuenca.
Eine weitere Umsteigemöglichkeit nach Cuenca bietet sich dann später
noch im 300 Meter hoch gelegenen Bucay.
Einfach alles etwas lockerer sehen! Die Eisenbahnfahrt ist
empfehlenswert und ein Erlebnis, was man vergeblich in Europa
suchen wird. Die Nutzung der Bahn ist nicht immer möglich und muss
kurzfristig angefragt werden.
zum
Seitenanfang
Home
|
 |
|
Pension
Ortega & Nagel
Quito - Ecuador |
| |
|